Schule und Mediation

Konfliktregelung in der Schule durch Mediation

Konflikte begleiten unser Leben, sie gehören somit auch zum Alltag in jeder Schule. Sie sind nicht zu vermeiden und sollen auch nicht vermieden werden. Entscheidend ist, dass und wie Konflikte ausgetragen werden, denn unausgetragene und ungelöste Konflikte sind gefährlich. Sie führen zu Spannungen bishin zu gefährlichen Auseinandersetzungen. Neben offener und leicht erkennbarer Gewalt machen PädagogInnen die verdeckten Formen gewaltsamer Auseinadersetzungen Sorge. Verschiedene Studien lassen den Schluß zu, dass man von einer Zunahme von Gewalt unter Kindern und Jugendlichen und von Gewalt an Schulen ausgehen kann. Fast nirgends mehr wird das Auftreten der verschiedensten Gewalterscheinungen wie Mobbing, Bullying geleugnet, fast nirgends mehr folgt auf die erschrockene Wahrnehmung von Hasstaten, Terror und Vandalismus ein Wegsehen. Sofortige Interventionen sind erforderlich wie auch präventive Maßnahmen, um zu einer Reduzierung von Gewalt zu kommen. Hier bietet das Konzept der Mediation Hilfestellung an. Mediation ist ein innovativer und erfolgversprechender Weg lösungsorientierter Konfliktbearbeitung.

Mediation bedeutet wörtlich übersetzt »Vermittlung«. Eine unparteiische dritte Person hilft den Streitenden ihren Konflikt zu klären, indem sie die Streitenden durch einen genau strukturierten Konfliktklärungsprozess führt, an dessen Ende gemeinsam eine einvernehmliche Lösung gefunden wird.

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Mediation ist demnach ein wirksames Instrument der Konfliktbearbeitung – in der Schule, der Familie, der Wirtschaft und in anderen Bereichen. Sie kann in der Schule vielfältig angewendet werden: bei Konflikten zwischen SchülerInnen, zwischen LehrerInnen und Eltern, zwischen KollegInnen, zwischen Lehrern und Schulleitung. Mediation im Schulbereich kann je nach Konflikt durch SchülerInnen (PeerMediation), durch Eltern, durch konfliktunbeteiligte LehrerInnen oder durch externe MediatorInnen durchgeführt werden. Mediation stärkt die Kooperation, die Kommunikation und das gegenseitige Vertrauen der am Konflikt beteiligten Personen. Die bisher gewonnenen Erfahrungen zeigen, dass Mediation in der Schule einen Zuwachs an Verantwortlichkeit, Selbstbewußtsein und Selbstkontrolle in der Schülerschaft bringt, zu einer Reduzierung von disziplinarischen Maß- nahmen führt,dass Schulleitung und LehrerInnen entlastet werden, die soziale Kompetenz aller am Konflikt Beteiligter gestärkt wird und letztendlich führt Schulmediation zu einem besseren Schulklima.

Schulmediation kann ein Baustein innovativer Schulentwicklung sein.

Schulmediation

Mediation ist ein innovativer und erfolgversprechender Weg lösungsorientierter Konfliktkultur. Sie ist ein wirksames Instrument der Konfliktbearbeitung. Die Schulmediation hat seit ihrer Einführung im deutschen Sprachraum großes Interesse gefunden.

Sie kann in der Schule vielfältig angewendet werden bei Konflikten:

  • zwischen SchülerInnen
  • zwischen LehrerInnen und Eltern
  • zwischen KollegInnen
  • zwischen LehrerInnen und Schulleitung
  • zwischen Schulleitung und Eltern.

Mediation im Schulbereich kann je nach Konflikt durch unbeteiligte interne Erwachsenen-Mediatoren, durch externe Mediatoren oder durch SchülerInnen (Peermediatoren) durchgeführt werden.

 

Peermediation

Mediation durch Schülerinnen und Schüler hat als Teil des Schullebens und als Bestandteil von Schulprogrammen an Bedeutung gewonnen – leider nicht in dem erhofften Ausmaß.

Anstatt dass ein Erwachsener sich einschaltet, hilft ein unparteiischer Schüler- auch Streitschlichter oder Peer-Mediator genannt – den Streitenden, gemeinsam eine Lösung für den Konflikt zu finden, die alle Beteiligten als fair, realistisch und zufriedenstellend erleben.

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Peermediation ist somit ein besonderes Verfahren der Konfliktbearbeitung und Konfliktlösung. Andere Arten der Konfliktlösung in der Schule werden damit aber nicht überflüssig oder wertlos und auch das direkte Eingreifen eines Erwachsenen in verbale oder körperliche Auseinandersetzungen von Schülern bleibt unverzichtbar. Die Möglichkeit der Peermediation ist somit eine ergänzende.

Schule bedeutet heute nicht mehr nur Wissensvermittlung, sondern auch soziales Lernen und Konfliktkompetenz. Peermediation ist ein Konzept des sozialen Lernens. Es dient der Sozialerziehung von Schülern. Es dient der Organisation- bzw. Schulentwicklung und es ist ein wirkungsvoller Weg der Gewaltprävention.

Peermediation bringt einen Zuwachs an Verantwortlichkeit, Selbstbewusstsein und Selbstkontrolle in der Schülerschaft. Peermediation führt zu einer Reduzierung von disziplinarischen Maßnahmen, d. h. Lehrer werden von der konkreten Streitregelung entlastet und übernehmen eher betreuende und stützende Funktionen. Den Schülern wird verstärkt Verantwortung für das Zusammenleben in der Schule übertragen . Letztendlich führt Schulmediation zu einem besseren Schulklima.

Ausbildung von Peermediatoren / Schülerstreit-schlichterInnen

Training von PeermediatorInnen Inhalte des Schülertrainings sind folgende Themen Konflikte und deren Ausgänge in Schule, Familie und Freizeit Konfliktwahrnehmung Prinzipien der Mediation (Neutralität , Vertraulichkeit, Wertschätzung) Mediationsablauf Umgang mit Gefühlen: erkennen, ausdrücken, steuern Kommunikative Fertigkeiten wie aktives Zuhören, fragen, zusammenfassen, Ich-Botschaften Kriterien für gute Konfliktlösungen Die Kooperation als Mediatoren-/ Schlichtertandem Persönlichkeitsbildung: andere Meinungen respektieren, Sensibilisierung […]

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Mobbing unter SchülerInnen

Schwere physische Gewalt steht meist im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit, wenn es um Gewalt an Schulen geht. Mobbing wird weniger wahrgenommen, obwohl diese Form der Gewalt für die betroffenen Schülerinnen und Schüler mit gravierenden Folgen für ihre weitere schulische und persönliche Entwicklung verbunden ist und obwohl Mobbingprozesse sich auch auf den Klassenverband negativ auswirken. Lehrer […]

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